Political Ribbons for Abteiberg, 2020
Siebdruckfarbe auf Satinbändern, je 2 m
Courtesy of the artist, Capitain Petzel Berlin, Andrew Kreps Gallery New York, Vielmetter Los Angeles

Diese Arbeit wurde zum ersten Mal für eine Ausstellung im Hammer Museum im Jahr 2017 produziert. In einer Reihe mehrfarbiger Bänder zum Mitnehmen wurden die gemeinsamen Ansichten von Food & Water Watch und der South Central Farm thematisiert. Im Handsiebdruck-Verfahren wurden Aussagen und Anliegen des # NoDAPL Movement (i.e. No Dakota Access Pipeline-Bewegung) bzw.die Verpflichtungen für nachhaltige Landwirtschaft und sauberes Wasser aufgerufen. Als das Projekt an verschiedenen weiteren Institutionen gezeigt wurde, u.a. in der Ausstellung im Weserburg Museum in Bremen, entwickelten sich die Slogans weiter und setzten dabei jeweils aktuelle Bezüge zu lokalen Problemen am Ort dieser Museen. Bowers langjähriges Engagement für die Verteidigung der Umwelt ist eine Grundlage ihrer künstlerischen Arbeit und die hier gezeigten Statements versteht sie als persönliche Aufforderung zum Handeln. Dieses Projekt spiegelt auch ihr Interesse an der Kultur des Schenkens. Dem Publikum wird die Möglichkeit geboten, ein Band von der Wand zu nehmen.

The United States v. Tim DeChristopher, 2010
Einkanalvideo HD, 16:15 min, Farbe, Ton, mit deutschen Untertiteln

„The United States v. Tim DeChristopher” ist ein Einkanal-Video, das einen Studenten aus Utah porträtiert, der als Bieter in einer staatlichen Auktion von 150.000 Morgen Land, das für Öl- und Gasbohrungen versteigert werden sollte, mit einem Akt des zivilen Ungehorsams störte. Im Dezember 2008 bot Tim DeChristopher für 14 Parzellen (22.000 Acres) in der Nähe des Arches National Park und des Labyrinth Canyon im Wert von 1,8 Millionen US-Dollar und ließ dabei erkennen, dass er weder die Absicht noch das Geld hatte, diese zu bezahlen. Als die Behörden bemerkten, was DeChristopher tat, wurde die Auktion gestoppt und er wurde verhaftet. Viele der Pachtverträge, die das Bohren auf unberührten Feldern von öffentlichem Land in Utah ermöglicht hätten, darunter einige der schönsten und sensibelsten Rotgesteinswüsten Amerikas, wurden später aufgekündigt. Aber für DeChristopher gab es schwerwiegende Konsequenzen. Er wurde beschuldigt, falsche Angaben gemacht und eine Auktion gestört zu haben. Er musste mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar rechnen. Am 26. Juli 2011 wurde DeChristopher zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 10.000 US-Dollar verurteilt. Bowers’ Video enthält ein Interview mit DeChristopher und sowie Bilder Aufnahmen der Künstlerin auf ihrem Weg über die Parzellen,die der Aktivist bei der Auktion ersteigert hat

Soft Blockade (Feminist Barricade), 2003-2004
Stoff, Faden, Metallzaun

Weiche Blockaden sind menschliche Barrikaden wie das Bilden einer Reihe und das Verbinden der Arme ohne jeglicher Ausrüstung außer dem menschlichen Körper. Diese Blockaden können eine Person oder Tausende von Menschen in gewaltfreie direkte Aktionen einbeziehen und eine eigenständige Taktikbzw. Element einer größeren Taktik wie einer Besetzung sein. Am Eingang des großen Ausstellungsraums wird man durch die gestickte Darstellung eines Maschendrahtzauns auf einem gewebten Wandteppich blockiert. Die Arbeit bezieht sich auf die erste Pentagon-Aktion von Frauen in Washington DC, bei der die Türen des Pentagons aus Protest gegen Atomreaktoren mit symbolischen Netzen verwoben wurden. Das Weben und das Spinnennetz wurden als Metaphern für die Macht der Frauen gegen patriarchalische Institutionen verwendet und war in den 1980er Jahren das Vehikel für zahlreiche andere Proteste. 

Women’s Pentagon Action, detail of woven web around Pentagon (1981), 2003 Graphit auf Papier
Sammlung Gaby & Wilhelm Schürmann, Herzogenrath

Diabloblockade, Diablo Nuclear Power Plant, Abalone Alliance (1981), 2003
Graphit auf Papier
Sammlung Gaby & Wilhelm Schürmann, Herzogenrath

Diese beiden Zeichnungen stammen aus Zeitungsfotos von Demonstranten hinter dem Zaun im kalifornischen Kernkraftwerk Diablo Canyon im September 1981 und der First Women ’s Pentagon Action am 16./17. November 1980.

Alaskans Still Fighting for the Earth Banner, 2009
(Ursprünglich an einem Troller in Kachemak Bay, Alaska, während der Ölpest von Exxon Valdez von Mavis Muller aufgehängt)
Typar und Farbe

The Day the Water Died, 2009
Farbige digitale Archivdrucke auf Papier, gebunden auf Tisch

Die Installation zeigt ein Banner, das ursprünglich auf einem Trawler in den vergifteten Gewässern Alaskas während der Ölpest von Exxon Valdez 1989 aufgespannt war, und ein handgefertigtes Buch mit dem Titel „The Day the Water Died” (Der Tag, an dem das Wasser starb), persönlichen Schilderungen der Einheimischen über ihr Leben mit der Ölkatastrophe. Bei ihrem Besuch im Arctic Village traf Bowers Gemeindemitglieder von Prince William Sound, die ihr Geschichten darüber erzählten, wie sich Land und Wirtschaft fast 20 Jahre später noch nicht von der Ölpest der Valdez erholt hatten.

Circle, 2009
Einkanalvideo, 17:03 min, Farbe, Ton, mit deutschen Untertiteln

„Circle” ist ein Video, das Panoramalandschaften mit Interviews und Dokumentationenvon vier Generationen der Frauen im Arctic Village kombiniert. Diese Frauen, von denen einige zur Aktivistenorganisation „The Gwich’in Steering Committee” gehören, drücken eloquent das Bedürfnis ihrer Bevölkerung aus, Ölbohrungen im Arctic National Wildlife Refuge zu verhindern und ihr Land vor der globalen Erwärmung zu schützen.

Step It Up Activists, Sand Key Reef, Key West, Florida, Part of North America’s Only Remaining Coral Barrier Reef (2007), 2009
Farbstift auf Papier

Diese Zeichnung basiert auf einem Foto, das Aktivisten der Step It Up-Bewegung zeigt, die mit dieser Aktion auf die Umweltproblematik am Sand Key Reef in Key West Florida aufmerksam machten, Teil des einzigem verbliebenen Korallenriffs in Nordamerika.

Grief Hope, 2020
Neon
Courtesy of the artist, Capitain Petzel Berlin, Andrew Kreps Gallery New York, Vielmetter Los Angeles

Umweltkummer entsteht durch den Verlust unserer natürlichen Welt und ihrer Kreaturen. Während unsere globalen Freiheiten abnehmen, versucht Bowers, von Trauer zu Hoffnung überzugehen, indem sie Aktivistinnen und politische Aktionen zum Thema ihrer Arbeit macht. Graphikdesign von Julieta Gil

Clean Air Pure Water Healthy Land Tree Sitting Platform for Forest Defense, 2012 recyceltes Holz, Seil, Karabiner, diverse Ausrüstung und Versorgung Privatsammlung

Stop Ecocide Tree Sitting Platform for Forest Defense, 2012
recyceltes Holz, Seil, Karabiner, diverse Ausrüstung und Versorgung

Tree Sits – Canopy Camping, Earth First!
Direct Action Manual with Dream Platform, 2011

recyceltes Holz, Seil, Karabiner, diverse Ausrüstung und Versorgung
Sammlung Charlotte Feng Ford, New York

Die Baumbesetzung gilt als die höchste Stufe der Waldverteidigung und hat es sehr erfolgreich geschafft, die Abholzung von Wäldern auf der ganzen Welt zu stoppen. Es ist eine Form des zivilen ökologischen Ungehorsams, bei der ein Demonstrant in einem Baum sitzt, normalerweise auf einer kleinen Plattform, und versucht, ihn damit vor dem Fällen zu schützen. In dieser Ausstellung ist eine Auswahl aus Bowers’ Reihe der Baumsitz-Plattformen zu sehen. Diese Arbeiten handeln von Klimagerechtigkeit und von feministischen Haltungen in Kunst und Aktivismus. Eine der Aktivistinnen Baumbesetzung in Arcadia, eine erfahrene Baumsitterin in Nordkalifornien, die über sechs Jahre in alten Mammutbäumen im gesamten Humboldt County lebte. Sie half Bowers bei der Herstellung all dieser Arbeiten. Wie in vielen ihrer Projekte zelebriert Bowers die Bedeutung von Handwerk; in diesem Fall ist es die Schreinerei der Aktivisten aus wiederverwendetem und recyceltem Holz und die Kunst der Knoten.

Radical Feminist Pirate Ship Tree Sitting Platform, 2013
recyceltes Holz, Seil, Karabiner, diverse Ausrüstung und Versorgung
Sammlung Gaby & Wilhelm Schürmann, Herzogenrath

Bowers fragte einen männlichen Baumbesetzer danach, wie er sich eine ideale Baumplattform in der Fantasie vorstellen würde. Bowers dazu: „Alle meine Frustration, Verunsicherung und Ungleichheit der patriarchalen Kultur überflutete mich mit seinen zwei Worten: Pirate Ship (Piratenschiff)“. Ich war sauer und überhaupt nicht begeistert. Typisch Mann, dachte ich. Es war völlig klar, doch ich hatte nie daran gedacht. Seit Jahren sah ich das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern sowohl in der Kunst als auch im Aktivismus. Zusammen mit der Humbolt-Aktivistin baute ich daraufhin eine 25-Fuß lange feministische Piratenschiff-Plattform.

I Am Nature: Champion International Clearcut; West Flank of the Cabinet Mountain Wilderness, 2013
Marker auf gefundenem Karton

Eine große Marker-Zeichnung auf collagiertem Recyclingkarton monumentalisiert einen Flyer von Umweltaktivisten. Bowers reproduzierte das fotokopierte Motiv eines abgeholzten Waldes aus einem Eco-Defense-Zine. In dieser Weise vergrößert schillert die Arbeit zwischen Abstraktion und Repräsentation. Bowers denkt, dass das ihre Art ist, Pollock in Ökofeminismus zu drehen. 

Mug Shot, 2013
Buntstift auf Papier

Dieses Selbstporträt ist die Nachzeichnung des Polizeifotos (engl. mug shot), das von der Künstlerin bei ihrer Verhaftung nach der Baumbesetzung im Jahr 2013 aufgenommen wurde.

Interview with Betty Ann, 2009
Einkanalvideo, 8:28 min, Farbe, Ton (im Netzzelt zu sehen)

Das Interview mit Betty Ann setzt Bowers Interesse am Geschichtenerzählen fort, aber zum ersten Mal dreht sie die Kamera auf sich selbst. um eine Geschichte über ihre Kommunikation mit einer gehörlosen Frau und Perlenkünstlerin zu erzählen, die sie im Arctic Village kennengelernt hat.

Nonviolent Civil Disobedience Training- Tree Sitting Forest Defense, 2009
Einkanalvideo, 33:50 min, Farbe, Ton, TV und Plattform (verliehen von John Quigley, Umweltaktivist. Sie wurde in South Central Farm Tree Sit, 2006, Los Angeles, CA, verwendet.)

Dieses Video, eines aus einer Reihe von Trainingsvideos, dokumentiert eine Lektion zum Baumklettern, die Bowers vom Umweltaktivisten John Quigley erhielt. Diese Arbeit, die auch die Metapher des Aufstiegs in sich hat, umklammert die guten Absichten und die Hoffnungen der Umweltbewegung, setzt Bowers‘ Auseinandersetzung von choreografischen Bewegungen fort, die sie in politischen Aktionen erforscht.

I Plan to Stay a Believer – The Arcadia 4 Tree Sit, 2013
Blue Ray Video, Hängematten, 1:00:55 min, Farbe, Ton

Im Jahr 2013 wurde die Künstlerin zusammen mit drei anderen Aktivisten verhaftet, weil sie in die Bäume eines Naturschutzgebiets von alten Eichenbäumen in Arcadia, Kalifornien, geklettert war und versucht hatte, diesen unberührten Wald von 250 Bäumen vor dem Abholzen durch die die Kommune von Los Angeles zu bewahren. Eines der erschreckenden und unvorhergesehenen Erlebnisse während dieser Aktion war es, dass alle Bäume aus dem Wald um sie herum abgeholzt wurden, als sie in den Baumkronen von zwei Eichen waren. Alle abgeholzten Bäume kamen anschließend in Holzhäcksler. Letztendlich wurde Bowers wegen dreier Vergehen verhaftet und verbrachte zwei Tage im Gefängnis. Sie nahm das gesamte Geschehen auf Video auf, bis Sheriffs ihre Kamera als Beweismittel beschlagnahmten. Das Video „I Plan to Stay a Believer” (Ich plane, ein Gläubiger zu bleiben) von 2013 enthält ihr Filmmaterial, Nachrichtenmaterial und Filmaufnahmen der Polizei.

Nonviolent Civil Disobedience DrawingGo Perfectly Limp and Be Carried Away, 2004
Graphit auf Papier
Charlotte Feng Ford Collection, New York, USA

Bowers isoliert eine Gruppe von Figuren, um ihre Körperbewegungen hervorzuheben, und verwandelt die Dokumentation eines Aktivistenereignisses in eine Tanzperformance. Bowers Zeichnungstriptychon lenkt den Blick auf das Phänomen von anonymem Heldentum und erinnert daran, dass die Wirkung von Vielenaus der Kraft des einzelnen Menschens herrührt. Die Arbeit wurde von feministischen Aktivistinnen des gesamten 20. Jahrhunderts inspiriert und bezieht sich zugleich auf die Bedeutung von Choreografinnen wie Anna Halpern, Yvonne Rainer und Simone Forti. Die Idee der „magischen Politik“ habe ich in Barbara Epsteins Buch „Politischer Protest und Kulturrevolution“ entdeckt. Magische Politik war eine gewaltfreie, direkt handelnde Bewegung, die in den frühen 1980er Jahren in den Vereinigten Staaten entstand und Feminismus, Spiritualismus und Umweltschutz kombinierte. Der Großteil ihrer Aktionen konzentrierte sich auf das Wettrüsten und seine Auswirkungen auf die Umwelt, und einige der Aktionen, die von den an dieser Bewegung beteiligten Frauen-Affinitätsgruppen durchgeführt wurden, fanden an Orten wie dem Pentagon, dem Kernkraftwerk Diablo Canyon in Kalifornien, dem Seneca Army Depot im Bundesstaat New York oder demNevada Test Site des US-Energieministeriums nördlich von Las Vegas statt. Der Name „magische Politik“ wurde von Barbara Epstein geprägt, obwohl ich bezweifle, dass Mitglieder der Bewegung diesen Begriff überhaupt kennen. Er bezieht sich auf die spirituelle Zusammensetzung der Bewegung, die ein Bündnis zwischen radikal linken Christen (hauptsächlich katholischen und protestantischen Gruppen wie den katholischen Arbeiterinnen, Jonah House, Atlantic Life Community und Ground Zero) und feministischen Heiden darstellte. Es liegt eine Absurdität in der Vereinigung der Glaubensrichtungen dieser Gruppen, die gleichzeitig humorvoll und utopisch ist. Ihre Fähigkeit, effektiv zusammenzuarbeiten, war eine erstaunliche Leistung, insbesondere angesichts der intensiven Interaktionen anderer gegnerischer Religionen auf der ganzen Welt. Angesichts des gegenwärtigen Klimas des religiösen Fundamentalismus in den Vereinigten Staaten und in weiten Teilen der Welt ist der kollaborative Geist der magischen politischen Gruppen ein fast unvorstellbares Modell für die Akzeptanz der unterschiedlichen Überzeugungen anderer.

Nonviolent Civil Disobedience Training (Dancers), 2004
Video Doppelprojektion, 17:29 min, Farbe, Ton, mit deutschen Untertiteln

„Nonviolent Civil Disobedience Training”, das gewaltfreie zivile Ungehorsamstraining, ist im Wesentlichen ein Trainingsvideo. In dieser zweikanaligen Videoprojektion wird auf dem linken Bildschirm ein Seminar gewaltfreier Aktionen für ein Publikum junger klassisch ausgebildeter Tänzer dargestellt. Der andere Bildschirm zeigt die Schüler, wie sie das Gelernte physisch ausleben. Die Choreografie des gewaltfreien Protests ähnelt stark dem von Halpern und Rainer verfochtenen Tanz der frühen Neuzeit. Implizit ist die politische Grundlage ihrer Kunst in ihrem Bruch mit der traditionellen Choreografie und der Ermächtigung von Frauen.

After You’ve Gone, 2002
Stein, Bildschirme, DVD-Spieler, Lautsprecher, Video

„After You’ve Gone“ besteht aus drei großen Steinstücken, zwei Videomonitoren und einem Soundsystem. Das Projekt begann, als ich erfuhr, dass Janis Joplin dabei half, einen Grabstein für Bessie Smith zu finanzieren. Zwei Monate später starb Joplin. Das vordere Video zeigt eine 7-minütige Aufnahme der Rückseite von Bessie Smiths Grab in Philadelphia. Die einzige Bewegung findet am Himmel statt. Das hintere Video spielt einen 30-Sekunden-Clip ab, der sich zuerst vorwärts und dann rückwärts die Inschrift auf der Vorderseite ihres Grabsteins wiederholt: „Die größte Blues-Sängerin der Welt wird niemals aufhören zu singen.“ Der Himmel spiegelt sich auf der Oberfläche des Grabsteins wider. Der Sound besteht aus zwei Teilen: In einem Part liegt über der Stimme von Bessie Smith die von Nina Simone, beide singen „After You´ve Gone“, im zweiten Part liegt Nina Simone über Janis Joplin, die „Little Girl Blue“ singt.

Battlefields, Gardens and Graveyards (Sentimental Scrapbook Displayed), 2002
50 gerahmte Fotokopien auf Papier

„Battlefields, Gardens and Graveyards (Sentimental Scrapbook Displayed)“ und „After Youve Gone“ waren Teil der Ausstellung „From Mouth to Ear“: Ich suchte nach einer Möglichkeit, Wiederholung und Nachahmung als Modell für Erfindung und Kreativität zu verwenden. Der Titel Vom „Mund zum Ohr“ bezieht sich auf das Geschichtenerzählen, eine andere Art historischer Aufzeichnung. Dies war das erste Projekt, in dem die Forschung direkt als eine Arbeit gezeigt wurde. Ich habe über die Bildung von künstlerischer Identität nachgedacht. Dies war ein Projekt über meine persönlichen historischen Einflüsse in Kunst, Musik und Schreiben, die alle in irgendeiner Weise von einem familiären Erbe handeln – der Tradition, Informationen von einer Generation zur nächsten weiterzugeben. Auf der Suche nach Einflüssen und Vorbildern bemerkte ich ein historisches Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Zu dieser Zeit gab es so wenige Veröffentlichungen oder Ausstellungen von Künstlerinnen, die als Einflüsse zugänglich waren. Ich begann, an einem Positivmodell historischer Vorläuferschaften zu arbeiten, indem ich Wiederholungen verwendete, um zu huldigen und zu gedenken. „Battlefields, Graveyards and Gardens – Sentimental Scrapbook Displayed“ enthält Fotokopien von Quellenmaterial, eine subjektive Gruppierung von Künstlerinnen, Musikerinnen und Schriftstellerinnen, die persönlich einflussreich wurden,deren künstlerische Praxis anderen Künstlerinnen und Künstlern als Vorbild diente oder ein Modell für eine künstlerische Produktion illustrierte, die positive familienähnliche Beziehungen aufzeigte. 

It Gives Me Life, 2017
LED, Pappe, Farbe, Acrylgel

Die drei Texte – Wasser ist Leben, Tierra y Libertad (Land und Freiheit auf Spanisch) und Mni Wiconi (Wasser ist Leben in Lakota) – sind aus wiederverwendetem Karton geformt und verbinden die Sujets von ökologischer Nachhaltigkeit, jüngsten Landaneignungen, #NoDAPL-Bewegung (i.e. No Dakota Access Pipeline) und weltweiter Unterstützung für die Rechte der Ureinwohner. Grafikdesign von Marcelinda del Norte. 

My Name Means Future, 2020
Einkanalvideo, 51:06 min, Farbe, Ton, mit deutschen Untertiteln
Sammlung Mitchell & Emily Wei Rales, Potomac, MD, USA

Mein Name bedeutet Zukunft. Das Video konzentriert sich auf Tokata Iron Eyes, ein Mitglied des Sioux-Stammes der Standing Rock, der seit seiner Gründung an der Bewegung zum Baustopp der Dakota Access Pipeline beteiligt ist. In diesem Film setzt sich Bowers Engagement fort, wichtige Aktivisten ihrer Zeit zu dokumentieren. Bowers bat die junge Aktivistin, ihr einige ihrer heiligsten Orte in South Dakota zu zeigen. In einer kleinen Gruppe von Freunden – KünstlerInnen und AktivistInnen – reisten sie im September 2019 vier Tage lang zusammen und filmten Videointerviews mit Tokata und Drohnenflüge über die Landschaft auf, um diese Landschaften, ihre Geschichte und die persönlichen und politischen Probleme an diesen heiligen Orten zu sprechen. In der Lakota-Sprache bedeutet „Tokata“ „Zukunft“.