Ein Film von Florian Henckel von Donnersmarck, D 2018, 288 Min

Werk ohne Autor ist ein deutscher Spielfilm von Florian Henckel von Donnersmarck aus dem Jahr 2018. Thema ist das Leben eines Künstlers, angelehnt an die Biografie von Gerhard Richter. Die Hauptrollen spielen Tom Schilling, Sebastian Koch, Paula Beer, Saskia Rosendahl, Oliver Masucci und Ina Weisse. Die Weltpremiere fand im Rahmen des Wettbewerbs der 75. Internationalen Filmfestspiele von Venedig statt. In den deutschen Kinos startete der Film am 3. Oktober 2018. Er wurde als deutscher Beitrag für die Oscarverleihung 2019 eingereicht und schließlich von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in den Kategorien Bester Fremdsprachiger Film und Beste Kamera nominiert.

Der Regisseur Henckel von Donnersmarck ließ sich beim Drehbuch zu Werk ohne Autor von wahren Begebenheiten inspirieren. Die Hauptfigur des Kurt Barnert orientiert sich an der Lebensgeschichte des deutschen Künstlers Gerhard Richter. Dessen Tante Marianne Schönfelder wurde 1945 im Rahmen der zweiten Phase der nationalsozialistischen Euthanasie, der Aktion Brandt, durch NS-Ärzte ermordet. Heinrich Eufinger, der Vater von Richters erster Ehefrau Marianne („Ema“), gehörte als SS-Obersturmbannführer und Verantwortlicher für die Zwangssterilisationen in Dresden zu den Tätern. Opfer und Täter sind von Richter mehrfach porträtiert worden, offenbar ohne dass ihm diese Hintergründe bewusst waren. Das Bild Tante Marianne gehört, wie alle Werke Richters, zu den hoch gehandelten Gemälden des 20. Jahrhunderts. Im Film tauchen zudem weitere Charaktere auf, die an Weggefährten Richters wie Sigmar Polke, Günther Uecker (Barnerts Ateliernachbar Günter Preusser) oder Joseph Beuys (Barnerts Prof. Antonius van Verten) erinnern. Als Vorlage diente das Buch „Ein Maler aus Deutschland. Gerhard Richter. Das Drama einer Familie“ von Jürgen Schreiber.

Insgesamt fielen die Kritiken zum Film gemischt aus.

Ulf Poschardt, Chefredakteur der Welt, zeigte sich begeistert und betitelte Werk ohne Autor als „ein bildungsbürgerliches Meisterwerk“.

Andreas Lueg von titel thesen temperamente schrieb, Werk ohne Autor sei mitreißendes Erzählkino: „Am Ende offenbart der künstlerische Instinkt die schreckliche Wahrheit über die Vergangenheit. Kunst als Mittel zur Läuterung. Das ist idealistisch, aber durchaus verführerisch.“

Antje Harries vom Format kinokino schloss sich an und nannte Werk ohne Autor einen grandiosen Film. Sie führte aus: „Mit drei Stunden ein epischer Film, der aber keine Minute langweilt. Ein Panorama deutscher Geschichte in Kunst gebannt.“

Dagegen kontrovers diskutiert wurde die Parallelmontage der Bilder fallender deutscher Soldaten, der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten und der Ermordung von Kurt Barnerts Tante in der Gaskammer, wagt von Donnersmarck hier doch eine explizite Inszenierung „wie zuvor kein anderer deutscher Film“, so der Bayerische Rundfunk.

In der Süddeutschen Zeitung billigte Tobias Kniebe dem Regisseur den Anspruch, „dass der Film alles zeigen darf, was er will, wenn dadurch am Ende Wahrheit und sogar Schönheit entsteht“, zu. Er schrieb: „Diese Hoffnung kann man ja haben. Sie ist so alt wie die Kunst selbst.“ Die eingesetzten ästhetischen Mittel – die inszenierte Nachstellung des Todes in der Gaskammer, das virtuell ins Bild gesetzte brennende Dresden etc. – hielt Kniebe aber für äußerst fragwürdig. Er kam zu dem Schluss: „Das eigentliche und unglaubliche Rätsel aber – wie jemand einen dreistündigen, gar nicht einmal dummen Film über das existenzielle Ringen eines Künstlers um seine Ausdrucksmittel drehen kann, ohne die eigenen ästhetischen Entscheidungen mit auf den Prüfstand zu stellen – das bleibt ungelöst.“

Martin Schwickert zog in der Rheinischen Post ein ebenfalls negatives Fazit: „Doch obwohl es von den künstlerischen Selbstheilungskräften der Seele erzählen will, zeugt das selbstgefällige Filmkunstwerk von einer gewissen Seelenlosigkeit und droht, stets am eigenen, perfektionistischen Kalkül zu ersticken.

Daniel Kothenschulte setzte sich in seiner in der Kunstzeitschrift Monopol erschienenen Filmbesprechung vor allem mit der Darstellung von Elementen aus der Biografie Richters sowie der Künstler an der Düsseldorfer Akademie auseinander. Kothenschultes Einschätzung lautete: „[…] die Abweichungen, insbesondere in der Darstellung der Kunstszene der 60er-Jahre, scheinen oft weniger der kreativen Fantasie als schlichter Ahnungslosigkeit geschuldet.“ Zusammenfassend kam er zu dem Urteil: „Kunst ist im Kino schon oft missverstanden worden, aber selten so gründlich.“ Und bezüglich des Stils des Films vermutete er, Henckel von Donnersmarck sei „das Historische nur ein Vorwand, im Schwammig-Altmodischen zu schwelgen“.

Im Anschluss gibt es noch die Möglichkeit bei einem Glas Wein über diesen Film zu diskutieren.

Der Eintritt ist frei.