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In drei Phasen stellt das Projekt EIN AHNUNGSLOSER TRAUM VOM PARK die Frage nach der Zukunft des Mönchengladbacher Abteibergs. Nachdem 2012 der Skulpturengarten des Museums Abteiberg als eine städtische Bühne präsentiert wurde, entstand 2013 eine weiter ausgreifende Ausstellung, in der die Wege und öffentlichen Räume zwischen Skulpturengarten, Hans-Jonas-Park und dem neu entstehenden Stadtzentrum zum Thema wurden. Bildhauerische und interventionistische Gedanken, teils kritische Betrachtungen, teils träumerische Ideen widmeten sich den teils wenig bekannten, teils gar namenlosen Orten im Zentrum der Stadt und brachten eine Vorstellung von den ungenutzten Potentialen der städtischen Räume zur Sprache. Als Phase 3 galt stets die neue Situation der Stadt ab 2015, wenn ein großer neuer Stadtplatz und eine neue Wegführung am Fuß des Abteibergs fertig werden. Diese Phase 3 wird auch künstlerisch nicht mehr temporäre Intervention sein, sondern vielmehr das ortsspezifische Projekt eine:r ausgewählten Künstler:in für den neu entstehenden öffentlichen Raum – gestiftet von mfi management für immobilien, Eigentümerin des neuen Einkaufszentrums.

Phase 2.1 im Jahr 2014 ist das fortgesetzte Interim, mitten in den schnell voranschreitenden Bau- und Verkehrsänderungsprozessen, in geduldiger Erwartung der Zukunft und ihrer Lösungen, mit einigen Fortsetzungen der Interventionen im vergangenen Jahr, einer ganz neuen temporären Installation und einigen Veranstaltungen, die den ahnungslosen Traum vom Park weiterspinnen. Zahlreiche städtische Kooperationen, teils vom Museum selbst initiiert, teils von Anderen erfunden, finden im Verlauf des Sommers von Ende Juni bis Ende September 2014 statt. Einige von ihnen sind jetzt noch nicht spruchreif, manche könnten noch hinzu kommen, der Kalender wird in den kommenden Wochen stets aktualisiert.


ab 28. Juni 2014 bis Herbst 2015
Christian Odzuck GEOZENTRIK
Temporäre Installation für die Phase 2.1

Der in Düsseldorf lebende Künstler Christian Odzuck, im Jahr 2012 Entwerfer der Bühne für den Skulpturengarten, 2013 Initiator der „Temporären Abkühlung“, wurde erneut eingeladen, eine Arbeit zu entwerfen, die mit der Fiktion neuer Nutzbarkeiten spielt. Auf dem Areal seiner letztjährigen Intervention realisiert er abermals die Idee einer potentiellen Neuplanung: War es im vergangenen Jahr „Temporäre Abkühlung“, die minimalistische Anmutung eines Schwimmbads für den Park (mit Fliesenwand und Wasserdusche aus einem Feuerwehr-Hydrant), so ist es jetzt die temporäre Verwirklichung eines Aufenthaltsorts unter einer Pergola. Das versteckte brachliegende Feld im hinteren Teil des Parks und die rudimentären Bezüge dieses Parks zur Tradition des englischen Landschaftsgartens werden reaktiviert und, so Odzuck, „auf die mental map der Öffentlichkeit zurückgebracht“.

Vor diesem Hintergrund ist die Arbeit als eine Raumskizze zu verstehen, die städtische Handlungsräume zeigt und nutzt. Ein großes Beziehungsgeflecht zur Stadt hat auf die Entstehung eingewirkt und diese entscheidend beeinflusst. Im prozesshaften Ansatz Odzucks gab es zu Anfang keine konkrete, formale Vorstellung. Diese entwickelte sich vielmehr aus der Analyse der gegebenen Situationen und Möglichkeiten vor Ort. So nimmt der Sockel einen konkreten Bezug auf die Museumsarchitektur Hans Holleins. Das Deckenraster seiner Neonröhren im Museum Abteiberg wurde zur Maßeinheit für die Bodenplatte und gibt die Dimensionierung vor. Generell ist diese Arbeit Odzucks als eine Reflexion über Hans Holleins Vorstellungen von Architektur lesbar (siehe Holleins Medialinien in München,1972, und auf der Plattenebene des Museums Abteiberg) und auch als eine Hommage an den soeben verstorbenen Wiener Architekten.

Das Berliner Bad, ein aus Kostengründen geschlossenes städtisches Schwimmbad an der nahe gelegenen Lüpertzender Straße diente Christian Odzuck als „Steinbruch“: Er übernahm aus der Entkernung des Gebäudes die Elemente der Lüftungsanlage und diverse Rohre, verarbeitete die Funktionselemente der dortigen Architektur für eine skulptural‑architektonische Neunutzung. Als weitere Elemente ließ Odzuck Beton-Sitzbänke produzieren, die von gefundenem Diner-Mobiliar abgegossen wurden, sowie eine Platzbeleuchtung aus einer städtischen Straßenlampe. Alle Elemente des Ensembles sind Fundstücke, teils aus dem Stadtraum bekannt, im Verfahren des Recyclings und des Zusammenfügens sich selbst entfremdet für einen neuen Sinn. Das neue Objekt von Christian Odzuck wird bis voraussichtlich Herbst 2015 auf der Lichtung im hinteren Hans-Jonas-Park zu sehen sein.
Planungsdetails zur Installation finden Sie hier.

Mittlerweile hat sich die Installation im öffentlichen Raum als Treffpunkt etabliert und wird auch gerne von der lokalen Szene genutzt. (Video)
Mehr Infos finden sie auch im Blog von NRW Skulptur: http://nrwskulptur.tumblr.com/

PROGRAMM

28. Juni 2014
12–13 Uhr Präsentation studentischer Entwürfe aus der mobilen Denkfabrik des Masterplan MG3.0 Vortragssaal des Museums Abteiberg
13 –17 Uhr Gero Camp: Bürger:innendiskussionen und stündliche Spaziergänge im Geropark – Kooperation der Initiative Masterplan MG3.0 mit der Hochschule Niederrhein und der Stadt Mönchengladbach, Geropark – Details unter www.mg3-0.de
15 Uhr „Ein ahnungsloser Traum: Was bisher geschah“: Führung mit Markus Ambach und Susanne Titz vom Skulpturengarten zum Hans-Jonas-Park und durch die Abteistraße zurück – Besichtigung der Arbeiten von Alex Morrison, Tanja Goethe, Ulrike Möschel, Andreas Siekmann und Thomas Locher aus dem Jahr 2013 und Vorbesichtigung der neuen Skulptur GEOZENTRIK von Christian Odzuck auf der hinteren Lichtung im Hans-Jonas-Park
16 Uhr Offizielle Eröffnung EIN AHNUNGSLOSER TRAUM VOM PARK Phase 2.1
Vorstellung des Objekts GEOZENTRIK von Christian Odzuck
17 Uhr Rosa Sijben „Things are Happening #6. Fittest“, Performance im Skulpturengarten
18 Uhr Public Viewing, Röhrenfernseher und Bier für die Fußball-WM im Skulpturengarten
20 Uhr STABIL ELITE: Das legendäre Regenkonzert aus dem Mai 2013 – auf ausdrücklichen Wunsch der Düsseldorfer Kultband wiederholt und variiert – wie versprochen jetzt mit Sonne

29. Juni 2014
11–12 Uhr „Inside Hollein“: Exklusive Führungen mit Uwe Riedel auf das Dach des Verwaltungsturms mit einmaligem Panoramablick über den Abteiberg
Sonderveranstaltung anlässlich der Ausstellung „Hans Hollein: Alles ist Architektur“ im Museum Abteiberg und des Deutschen Tags der Architektur am 29. Juni
Museumseintritt
12–14 Uhr Rosa Sijben „Things are Happening #6. Fittest“, drei Performances draußen und drinnen
15 Uhr Christian Odzuck GEOZENTRIK, Christian Odzuck im Gespräch über Materialien und Aufbau der architektonisch recycleten Skulptur im Hans Jonas-Park

24. August 2014
15 Uhr Präsentation des Kinderworkshops ELEFANT mit Aman Sandhu. Begrüßung: Füsun Akpulat-Dax, Flüchtlingsrat Mönchengladbach, Uwe Riedel, Pädagoge Museum Abteiberg. Anschließend Performance, Führung und Diskussion mit Aman Sandhu und den Kindern des Workshops
Seit Mai 2014 leitet der indo-kanadische Künstler Aman Sandhu einen Workshop mit Kindern von Asylbewerber:innen in Mönchengladbach. Sandhu und die Kinder produzieren zusammen Zeichnungen, Skulpturen und Musikinstrumente. Fast ohne Anleitung erleben diese Kinder eine völlige Freiheit, verschiedene zur Verfügung stehende Materialien so zu betrachten und zu nutzen, wie sie wollen. Vom 3. bis 24. August setzten Sandhu und die Kinder ihren Arbeitsprozess im Skulpturengarten des Museums Abteiberg fort. Sie besetzten die Bühne von Christian Odzuck, deren Innenraum sich mit jedem Besuch veränderte, der finale Zustand wurde am 24. August der Öffentlichkeit präsentiert.
Realisiert in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt im Programm Kulturrucksack des Landes NRW.

20. September 2014
EIN SCHRITT VORAUS
3. Live-Konzertfestival des JUKOMM / STEP im Skulpturengarten

PARKFÜHRUNGEN
Termine unter www.museum-abteiberg.de


Ein Projekt von Museum Abteiberg und MAP Markus Ambach, gefördert durch die Kunststiftung NRW und die Hans Fries-Stiftung. Realisiert in Kooperation mit der Stadtverwaltung Mönchengladbach, dem Museumsverein Mönchengladbach und engagierten Förderer:innen in der Stadt.

Die Veranstaltungen wurden realisiert in Kooperationen mit dem Kulturbüro der Stadt Mönchengladbach und verschiedenen Institutionen und freien Initiativen, unterstützt durch privates und unternehmerisches Engagement sowie Fördeprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das neue Objekt von Christian Odzuck wurde realisiert mit großzügiger Förderung der Bauunternehmung Ernst Kreuder GmbH & Co. KG, der Firmen Lothar Beeck Architekturbeton und Fertigteilbau GmbH, Stephan Metalldesign, Elektro Schiefer & Ercklentz GmbH & Co KG, City Vision Stadtfernsehen Mönchengladbach, Prinzen Werbetechnik, Mönchengladbach, den Abteilungen Tiefbau und Stadtgrün der Stadt Mönchengladbach und dem Museumsverein Mönchengladbach.


Copyright: Odzuck 2014

Copyright: Odzuck 2014