Das vierte Gladbacher Feuilleton stellt die Kunst der Gegenwart ins Zentrum der Diskussion, moderiert von Ralf Jüngermann, Redaktionsleiter der Rheinischen Post.
Zu Gast bei Generalintendant Michael Grosse und Museumsdirektorin Susanne Titz ist diesmal der Galerist Dietmar Löhrl, in dessen Räumen in der Kaiserstraße eine Ausstellung mit neuen Werken von Stephan Balkenhol, eines Wegweisers der zeitgenössischen figurativen Skulptur zu sehen ist (ab 27.10.).
Das Museum Abteiberg präsentiert Verhandlungen unter Zeitdruck, Aus: Faustpfand, Treuhand und die unsichtbare Hand – ein politisch hochaktuelles Werk des in Berlin lebenden Künstlers Andreas Siekmann, das in den vergangenen Jahren eine internationale Ausstellungstournee erlebte (Ausstellungseröffnung am 30.09. um 12 Uhr).
Und im Theater steht eine Uraufführung zur Diskussion: Das experimentelle Musiktheaterprojekt Josefine von Björn SC Deigner und dem Komponisten Sagardía (Premiere am 13.10.) widmet sich mit neuartigen Raum- und Klangkonzepten dem von Kafka inspirierten Thema Masse und Individuum, wobei neben Künstlern des Theaters auch ein großer Laienchor mitwirkt.


ROBERT MORRIS
STEAM (1967/2009)
nun im Besitz des Museums Abteiberg und ab dem 1. November wieder zu sehen

Der Ankauf ist vollendet. Steam, eines der zentralen Werke des amerikanischen Künstlers Robert Morris ist seit Anfang 2012 im Besitz des Museums Abteiberg, erworben mit großzügiger Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, des Landes Nordrhein-Westfalen und der Kunststiftung NRW.

Die Außeninstallation auf der Grünfläche vor dem Museum ist ab dem 1. November für den gesamten Winter im Stundentakt sichtbar – täglich von 11 bis 18 Uhr. Steam (dt. Dampf) gibt einen Eindruck von den fundamental neuen Fragestellungen, die in der Kunst der 1960er Jahre auftraten und wohl nirgends so konsequent durchformuliert wurden wie im Werk des amerikanischen Künstlers Robert Morris: Die Kunst drang hinaus aus dem Museum und verband sich mit dem Außenraum, mit Gegenwart und Gesellschaft. Sie entmaterialisierte sich, wurde zum Modell oder zur flüchtigen Anordnung, untersuchte dabei sich selbst und das Gegenüber des Betrachters. Steam, erstmalig realisiert im Jahr 1967, ist ein Werk, das kein materielles Kunstobjekt ist, sondern lediglich aus Dampfschwaden besteht, Wolken und Nebel, die sich bilden und wieder vergehen, immateriell und flüchtig.