Die von Gerhard Richter entworfene kleine Ausstellung für den Raum der 8 Grauen Bilder, die nach vielen Jahren erstmalig gereist sind, endet am kommenden Sonntag.

Richter zeigt im Museum Abteiberg eine Serie von 20 Lackbildern, die im Jahr 1971 im Kabinett für Aktuelle Kunst Bremerhaven zu sehen und danach für lange Zeit verloren waren. Es sind Farben aus der Lackindustrie, nach dem Zufalls- und Losverfahren zusammengebracht, ohne kompositorisches Denken, ohne Rücksicht auf die ästhetisch-visuelle Qualität der Farbnachbarschaften. Zu sehen ist – neben mehreren präzise ausgewählten Werken aus Richters Atelier – auch “Grau”, Richters Edition für den Museumsverein Mönchengladbach aus dem Jahr 1974: ein normierter rahmenloser Bildhalter, dessen Glas und Klammern er 1974 vollflächig grau übermalte.  


Der kommende Sonntag ist zugleich auch der ERSTE SONNTAG. Bei freiem Eintritt gibt es stündlich Führungen und Kinderaktionen in der Malklasse. Kinder zwischen 5 und 12 Jahren sind eingeladen zu erproben, was Kunst und Zufall gemeinsam haben. Am Beispiel von Karl Otto Götz und Gerhard Richter werden die Kinder den Zufall zu Hilfe nehmen und spannende Kunstwerke machen.

Der ERSTE SONNTAG am Abteiberg wird ermöglicht durch die Stadtsparkasse Mönchengladbach.

Das Museumscafé ist mit Unterstützung des Museumsvereins geöffnet.


Kunst für den neuen Stadtplatz

Rita McBride hat den von der mfi management für immobilien AG gestifteten und von der Stadt Mönchengladbach und der mfi unter der Kuratorenschaft von Markus Ambach (MAP) durchgeführten Kunstwettbewerb „Neue Nachbarschaften – Kunst für den Sonnenhausplatz“ in Mönchengladbach mit großer Mehrheit für sich entschieden. Das Projekt von Rita McBride wird Teil der Platzgestaltung rund um den Sonnenhausplatz und das neue mfi Einkaufszentrum MINTO, das im Frühjahr 2015 eröffnet.
Rita McBrides Entwurf „7 Donkeys“ handelt von der modernen Stadtplanung und den Wegen der Menschen. Quer über den gesamten Platz bis hinein ins neue Einkaufszentrum verlaufen nachtleuchtende Linien, welche die Wegbeziehungen zwischen den neuen und alten Nachbarn markieren. Dieses Netzwerk erhält an zentraler Stelle eine skulpturale Erklärung: Dort steht in markanter wie zufällig wirkender Situation eine Gruppe von sieben bronzenen Eseln versammelt.

In Reflexion eines Zitats des berühmten Architekten Le Corbusier, der den Esel als wegweisend für die Entwicklung der Städte sah, weist Rita McBride über die Totalität einer gescheiterten Moderne hinweg und wieder neu auf Le Corbusiers komplexe Symbolik der gewundenen Eselwege und der geraden Wege des modernen Menschen. Sie zeichnet in ihrer Arbeit die Spuren und Wege der Bewohner, Anlieger und Nutzer der Städte auf. Ihr leuchtendes Netzwerk von Linien verbindet die Akteure der Stadt – ob Jugendzentrum, Altenheim, VHS, Museum oder MINTO – und lässt sie sich auf Augenhöhe begegnen. Der Esel als subtiles Symbol einer praxisorientierten Klugheit, die auf Kontext und Lebensumstände reagiert, anstatt sich rigoros über sie hinweg zu setzen, wird zum Symbol einer offenen Stadt, die sich aufmacht, ihren Bürgern zuzuhören, anstatt rigiden Planungsentwürfen zu folgen.



Zum Wettbewerb waren drei Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Schon im Vorfeld wurden die Anlieger durch verschiedene Projekte wie „Ein ahnungsloser Traum vom Park“ in die Entwicklungen mit einbezogen. Der neue Platz und die künstlerische Arbeit werden Teil eines großen kulturellen Ensembles, das sich über den gesamten Abteiberg erstreckt.


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