Stiftung Walter Kaesbach

Vor 100 Jahren, am 9. Dezember 1922, legte Walter Kaesbach (1879-1961) die Basis für ein Museum der Gegenwartskunst in Mönchengladbach. Feierlich wurden an diesem Tag 97 Kunstwerke des Expressionismus präsentiert, die der Mönchengladbacher Walter Kaesbach. Damit gelangte die Stadt auf Augenhöhe mit den Zentren der Avantgarde. Ein jähes Ende brachte das Jahr 1937: Die Nationalsozialisten beschlagnahmten die Sammlung im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“.

Provenienzen 1950 – 1980

Das Museum Abteiberg erforscht die Herkunft seiner Sammlung bereits seit mehreren Jahren. Zwischen 2016 und 2018 wurde ein umfangreiches Werkkonvolut mit Förderung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste systematisch untersucht, um einen möglichen NS-verfolgungsbedingten Entzug ausschließen zu können.

SAMMLUNG/ARCHIV ANDERSCH

Das Museum Abteiberg erwarb 2017 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW und der Hans Fries-Stiftung eine der international umfangreichsten Fluxus-Kollektionen: die Kunstsammlung, das Archiv und die Bibliothek von Erik Andersch (1940-2021). Die darin vertretenen Künstler:innen gehörten sowohl dem engsten Kreis wie auch dem erweiterten Umfeld des internationalen Fluxus-Netzwerks an oder teilten mit diesem eine Auffassung, die sich seit den frühen 1960er Jahren in den USA, Europa und Japan entwickelt hatte: Kunst verbindet sich mit Aktion, Gemeinschaft, Spiel und Zufall, ist konzeptuell, intermedial, humorvoll und ironisch-kritisch gegenüber Traditionen des Museums und der Kunstgeschichte. Die künstlerische Praxis bezieht den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Raum ein.