
1. Februar, 12:30 Uhr
Buchvorstellung und Führung
mit Susanne Titz
Soeben ist im Verlag Lund Humphries, London, die große Studie der austro-amerikanischen Architekturhistorikerin Eva Branscome zur Ideen- und Baugeschichte des Museums Abteiberg erschienen. Branscomes Publikation wurde gefördert durch die Gerda-Henkel-Stiftung und basiert auf ihrer Forschung in den Archiven von Hans Hollein und Museum Abteiberg sowie ihrer intensiven kultur- und zeithistorischen Reflektion der frühen Postmoderne.
Das 1982 eröffnete Museum Abteiberg in Mönchengladbach wurde sofort für seine Integration in das Stadtbild gelobt und es führte dazu, dass der Architekt und Künstler Hans Hollein 1985 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde. Dieses Buch von Eva Branscome, die als Professorin für Architektur und Kulturerbe an der Bartlett School of Architecture, University College London lehrt, nimmt eine Neubewertung des einflussreichen Gebäudes vor, das auf Anhieb zu einem Wallfahrtsort für Kunst und Architektur wurde. Das Buch untersucht die Rolle der Museen als „kulturelle Scharniere“, deren Architektur und Kunstwerke sie mit der sie umgebenden Stadt verbinden. Anhand einer Reihe von Ausstellungen, u. a. von Joseph Beuys und Daniel Buren, werden innovative Ideen des Kuratierens aus der Perspektive von zeitgenössischer Kunst untersucht – beispielsweise die Ablehnung des traditionellen Museumskonzepts der Enfilade, bei dem ein Raum zum nächsten führt – sowie die Überlegung, dass Gebäude und Sammlungen die sie umgebende Stadt widerspiegeln. Viele der Ideen, die in diesem Gebäude zum ersten Mal verwirklicht wurden, veränderten die Museumsarchitektur der damaligen Zeit und stellen auch heute noch eine Herausforderung für die Museumspraxis dar.
250 × 190 mm, 192 Seiten, 80 Schwarz-Weiß, und 20 Farbabbildungen
ISBN 978-1-84822-715-6, gebunden, Hardcover
55 €
An der Museumskasse erhältlich.
Vorschaufoto: Hans Hollein (left) and Johannes Cladders discuss the model for Museum Abteiberg, Foto: Gino Molin-Pradel

