Die Herkunft der Werke in der Sammlung des Museums Abteiberg

Das Museum Abteiberg verfügt über eine vergleichsweise kleine Sammlung der klassischen Moderne, deren Exponate überwiegend in den späten 1950er und 1960er Jahren erworben wurden. Dies geschah nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Verlusts der Sammlung Kaesbach, einer erstklassigen Sammlung expressionistischer Kunst, die der Stadt Mönchengladbach in den 1920er Jahren von Walter Kaesbach geschenkt worden war (1922 und 1928). Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde diese Sammlung im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst beschlagnahmt und ging mit Ausnahme einiger weniger Objekte für das Museum verloren.

Nach dem Krieg wurde versucht, diese Verluste im Rahmen der damals verfügbaren Mittel und Möglichkeiten ansatzweise zu ersetzen. Die Dokumentation der Herkunft und der Art des Erwerbs aus der Zeit war in vielen Fällen lückenhaft und auch nach Durchsicht aller verfügbaren Dokumente des Museumsarchivs und Hinzuziehen externer Quellen bisher zwar in vielen, aber nicht in allen Fällen rekonstruierbar.

Die Forschungsergebnisse werden ab dem 6. Dezember freigeschaltet.

Ernst Barlach

Wladimir G. Bechtejew

Max Burchartz

Heinrich Campendonk

Theo Champion

Ilja G. Chaschnik

Sonja Delaunay Terk

Otto Dix

Werner Gilles

Erich Heckel

Alexej von Jawlensky

Paul Joostens

Wasily Kamensky

Edmund Kesting

Ernst Ludwig Kirchner

Boris Kleint

Käthe Kollwitz

Wilhelm Lehmbruck

August Macke

Helmuth Macke

Marie von Malachowski-Nauen

Kasimir Malewitsch

Paul Mansouroff

Franz Marc

Ewald Mataré

Robert Michel

Otto Mueller

Heinrich Nauen

Walter Ophey

Ljubow S. Popowa

Christian Rohlfs

Olga W. Rosanowa

Warwara F. Stepanowa

Nikolaj M. Suetin

Unbekannte:r russische:r Künstler:in

Erforschung der Provenienzen von Erwerbungen der 1950er bis 1980er Jahre

Gerade diese bislang noch ungeklärten Fälle wurden mit Förderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste zwischen 2016 und 2018 systematisch untersucht, um auszuschließen, dass sich unrechtmäßige Erwerbungen in der Sammlung des städtischen Museums Abteiberg Mönchengladbach befinden. Ziel der Maßnahme war es, gemäß den „Grundsätzen der Washingtoner Konferenz“ (1998), Kunstwerke aus dem Sammlungsbestand des Museums Abteiberg, die eventuell von Nationalsozialisten beschlagnahmt und in der Folge nicht zurückerstattet wurden, zu identifizieren, um sie gegebenenfalls zu veröffentlichen und in letzter Konsequenz ihren Vorkriegseigentümer:innen oder deren Erben zurückzuerstatten. Insgesamt waren 59 Kunstwerke der städtischen Kunstsammlung (Gemälde, Skulpturen, Werke auf Papier) Gegenstand dieser von Dr. Vanessa Voigt durchgeführten Untersuchung.

Die Projektergebnisse wurden zunächst in der öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses der Stadt Mönchengladbach am 19. November 2019 vorgestellt. 2022 werden die Ergebnisse in verschiedenen Formaten im Museum präsentiert. In Kooperation mit dem Museum Abteiberg entwickeln Studierende des Studiengangs „Kunstvermittlung und Kulturmanagement“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter der Leitung von Filomena Lopedoto ab Oktober 2022 in einem inmitten der Dauerausstellung eingerichteten „Studienraum Provenienzforschung“ Methoden, mit denen die Ergebnisse von Provenienzrecherchen anschaulich für verschiedene Zielgruppen vermittelt werden können. Zusätzlich werden die untersuchten Werke und die diesbezüglichen Ergebnisse ab dem 9. Dezember auf der Museumshomepage einsehbar sein.

Anlass ist das Jubiläum der Stiftung von Walter Kaesbach: Vor 100 Jahren, am 9. Dezember 1922, übergab der gebürtige Mönchengladbacher seiner Heimatstadt 97 Kunstwerke des Expressionismus.

PROGRAMM
9. – 11. Dezember
100 JAHRE STIFTUNG WALTER KAESBACH

Abb: Franz Marc, Rückseite von Vier badende Frauen am Strand, 1909, Gouache auf Papier, aufgezogen auf Karton, 58 x 71 cm, 1965 erworben mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen, Museum Abteiberg Mönchengladbach, Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf