Grant Mooney, sum, Installationsansicht, Museum Abteiberg, Mönchengladbach, 2026. Courtesy the artist and Museum Abteiberg. Photo: Studio Kukulies

Der US-amerikanische Künstler Grant Mooney (*1990, Seattle, WA; lebt und arbeitet in Brooklyn, New York) entwickelt ein skulpturales Werk, das Material nicht als statische Größe, sondern als relationales Gefüge begreift. Durch Fertigungs-, Verbindungs- und Versiegelunsgtechniken, wie beispielsweise das Löten und Galvanisieren, transformiert Mooney Edelmetalle und industrielle Werkstoffe wie Silber oder Stahl zu halb abstrakten Objekten, deren Präsenz sich weniger aus ihrer Form als aus ihrem Verhältnis zum Raum und zur Umgebung entfaltet. In der Auseinandersetzung mit skulpturalen Verfahren legt er die vielschichtigen Kontexte und Beziehungen von Materialien und Formen offen und stiftet so neue, unerwartete Konstellationen. Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von autonomer, abstrakter und ortsspezifischer Skulptur und präsentieren einen offenen, taktilen und vernetzten Skulpturenbegriff.

Die Ausstellung sum im Museum Abteiberg widmet sich dem Verhalten von Materialien in historischen wie zeitgenössischen künstlerischen Positionen. Ausgehend von Mooneys skulpturalem Ansatz werden die architektonischen und konzeptuellen Besonderheiten des Museums und zentrale Entwicklungen der (post-)modernen Skulptur neu gelesen und mit aktuellen Praktiken in Beziehung gesetzt. sum versammelt neue und bestehende Arbeiten von Grant Mooney, Werke weiterer zeitgenössischer Künstler:innen, Arbeiten aus der Sammlung des Museum Abteiberg sowie ausgewählte Leihgaben.

Im Dialog zwischen prägenden Kategorien des Minimalismus und Konzeptualismus, wie Gewicht, Dichte und Masse, und immateriellen Kräften wie biochemischen Prozessen oder atmosphärischen Veränderungen entfaltet sich ein vielschichtiges Ausstellungsgefüge. Ausgangspunkt ist eine neue, gemeinsam mit der Chisenhale Gallery in London produzierte Werkgruppe Mooneys, die Luft und ihre Bewegung als skulpturale Substanz in den Fokus rückt. Teil dieser Werkgruppe ist eine vom Künstler entworfene Harfe, die nicht durch Berührung, sondern durch die elementare Kraft der Luft in Schwingung versetzt und auf dem Dach des Museums installiert wird. Ähnlich wie dieses Instrument geben auch die anderen Werke in unterschiedlicher Weise Handlungsmacht ab und öffnen sich Fragilität und Transformation. Das Flüchtige und Unmessbare wird so zu einem zentralen Bezugspunkt und eröffnet neue Perspektiven auf Material, Raum und Wahrnehmung.

SAVE THE DATE

Donnerstag, 16. April, 18 Uhr
Kuratorenführung mit Alke Heykes

Sonntag, 19. April, 14 Uhr
SOUNDPERFORMANCE
Dylan Kerr präsentiert Substratum, eine Komposition für Stimme und elektronisches Instrumentarium, die von der hindustanischen Dhrupad-Tradition inspiriert ist.Die Ausstellung sum wurde gemeinsam von Alke Heykes und Grant Mooney entwickelt.

Donnerstag, 21. Mai, 18 Uhr
Kuratorenführung mit Alke Heykes

Die Ausstellung sum wurde gemeinsam von Alke Heykes und Grant Mooney entwickelt.

Die Ausstellung wird großzügig gefördert von der Kunststiftung NRW und der Hans Fries-Stiftung.

sum zeigt unter anderem eine neue Werkgruppe von Grant Mooney, die von der Chisenhale Gallery, London zusammen mit dem Museum Abteiberg beauftragt und produziert wurde. Die Werke waren in der Chisenhale Gallery vom 26. September – 7. Dezember 2025 in der Ausstellung sphere music zu sehen.

Das Museum Abteiberg dankt der Galerie Miguel Abreu, New York für die Unterstützung.

Abb.: Grant Mooney, sum, Installationsansicht, Museum Abteiberg, Mönchengladbach, 2026. Courtesy the artist and Museum Abteiberg. Photo: Studio Kukulies