9. März – 1. Juni. 2008

Der Ausstellung PORZADKI UROJONE. SO IST ES UND ANDERS liegt eine enge institutionelle Zusammenarbeit zugrunde, die ihren Ausgangspunkt in der Sammlungsgeschichte der beiden Museen findet: Das Muzeum Sztuki in Lodz zählt zu den frühesten Sammlungen konstruktivistischer Avantgarde und war im Polen der 1960er bis 80er Jahre erneut ein Zentrum der Gegenwartskunst, das Museum in Mönchengladbach hingegen, berühmter Ort vieler Kunstereignisse dieser Zeit, gehört zu den exponierten Sammlungen der konzeptuellen Avantgarde. Mit der gemeinsamen Ausstellung erzeugen beide Häuser Verbindungslinien zwischen ihren historischen Sammlungen und aktuellen Positionen der Gegenwartskunst.

Die besonderen Anknüpfungspunkte bilden hierbei Marcel Broodthaers (1924-1976) und Edward Krasinski (1925-2004), zwei Künstler, die in heutiger Betrachtung wie Schlüsselfiguren am Ende der modernen Avantgarden erscheinen, weil sie beiderseits neuartige Kriterien für künstlerische Arbeit fanden: die Auseinandersetzung mit der Moderne, mit den Phänomenen von Atelier, Ausstellung und Museum und derjenigen des Künstlers selbst. Broodthaers und Krasinski sind Künstler, die für die Museen in Mönchengladbach bzw. in Lodz von zentraler Bedeutung waren, jedoch im jeweils anderen Kontext bisher nie wahrgenommen wurden – das Werk von Marcel Broodthaers wurde mit unserer Ausstellung nunmehr erstmalig in Polen präsentiert.

Das Projekt will eine eine thesenartige Vergegenwärtigung der Bedeutung von Edward Krasinski und Marcel Broodthaers erzeugen – in Zusammenarbeit mit deutschen, polnischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die dazu angeregt wurden, ihre Werke in den Kontext der Museen in Lodz und Mönchengladbach zu setzen. Eingeladene Künstlerinnen und Künstler sind – mit Leihgaben aus den beiden Museen und neuen, für das Projekt entworfenen Werken: Cezary Bodzianowski, Martin Creed, Oskar Dawicki, Tacita Dean, Olivier Foulon, Kitty Kraus, Igor Krenz, Peter Piller, Józef Robakowski, Monika Sosnowska, Monika Stricker, Katja Strunz und Jens Ullrich. Ergänzend dazu wird im Unterrichtsraum der Film choices.pl von Artur Zmijewski zu sehen sein.

Mit Unterstützung von regionalen Förderern ist es gelungen, am Tag der Ausstellungseröffnung, die Sonntag, den 9. März um 12 Uhr beginnt, ein Programm am Nachmittag und Abend zu ergänzen.

Um 14 Uhr wird Andrzej Przywara, Instytut Awangardy Warschau, einen Vortrag über Leben und Werk von Edward Krasinski und das neue Kunstinstitut in seinem ehemaligen Atelier halten. Anschließend finden ab 15 Uhr Künstlergespräche statt, die von Jaroslaw Suchan, Direktor des Muzeum Sztuki in Lodz, und Susanne Titz geführt werden.